Ja, das ist einer dieser neumodischen Berufe aus der Unternehmenskommunikation, den ich genauso wie meine Kollegen von E-Plus oder diese nette Dame hier von Kodak ausübe.
Warum denn das? Wir sind im Jahr 2011. Die Kommunikation hat sich in den letzten Jahren von einer klassischen one-to-one in eine one-to-many Kommunikation gewandelt. Social Media bedeutet nichts anderes, als dass Nutzer eigene Inhalte publizieren und sie so viel und sooft sie wollen Kommentare und Wertungen im WWW veröffentlichen. Über das Wetter, den letzten Urlaub und über ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen von Marken und Produkten. Richtig – da hat es mit Unternehmen zu tun.
Und was macht ein Social Media Manager nun den ganzen Tag? Für mich gibt es kein Social Media ohne eine umfassende Gesamtstrategie, die den Mehrwert und die Ausrichtung aller Social Media Aktivitäten vorher klar definiert: Social Media Monitoring, Krisenkommunikation, Guidelines, Social Media Kanäle und Kampagnen sollten Bestand dessen sein.
Im Daily Business fühle ich mich manchmal genauso wie “Stella, die Heldin über Facebook, Twitter, YouTube und XING”, die die Unternehmenskanäle aufbaut, der Customer-Relationship Management und authentische Kommunikation mit der Fanschaft wichtig ist, die die Onlinereputation der Unternehmensmarke steuert und daran arbeitet, dass die Produkte und die Marke über die hohe Viralität der Social Web Kanäle weitertragen werden. Viralität und Echtzeitkommunikation sind für mich zwei der tollsten Elemente des Social Web. Ehrlich! Oder wann haben Sie das letzte Mal so zeitnah und persönlich mit einem Unternehmen Kontakt aufgenommen oder mit einem einzelnen Posting auf einer Fanpage, welches einen so starken Mehrwert hatte, dass es ihre Fans zu Interaktionen begeistert hat, eine Reichweite von 650 000 potentiellen Kunden erreicht, die ihre Produkte viel glaubhafter als bei Werbung aufnehmen und weiterempfehlen? (z.B. Fanpage mit 5.000 Fans (1. Grades) x durchschnittl. 130 Freunde pro Fan (2. Grades)).
Ja, wir Social Media Manager arbeiten manchmal auch abends und am Wochenende, das kann ich nach knapp 4 Jahren Berufserfahrung sagen. Das macht aber nichts, da wir dank eines Mobil-Schnick-Schnacks so oder so fast immer online sind, irgendwo kommentieren oder einchecken – und dies machen wir gerne.
Klingt spannend? Für das Berufsfeld des Social Media Managers sollte man ein umfangreiches Kommunikations-Know How mitbringen, konzeptionelles Denken genauso wie Interaktion mögen und sich gerne und freiwillig in der Welt des WWW bewegen. Denn das junge Feld des Social Media ist stets in der Weiterentwicklung und es gibt nichts Schöneres, als die neuesten Entwicklungen gleich auszuprobieren und einzubinden.
Die Hauptstadt verabschiedet sich mit einem grandiosen Abgang, 33 Grad und diesmal das komplette Wochenende lang. Danke für laue Sommernächte rund um die Sonntagstraße, Air auf dem Balkon, Feierabende am Bundespressestrand, Wannsee und Badeschiff, Boot fahren auf der Spree, Sonnenuntergänge an der Mondersohnbrücke, Samstage an der Rummelsburger Bucht, ganz viel Zitroneneis, Pfützen hüpfen in Mitte und ganz viele kurzfristige Sommergewitter. Regen macht schön. Bis zum nächsten Jahr! Herbst und Winter in der Hauptstadt erfordert viel Durchhaltevermögen.
“Was machst du so?”, haben mich in den letzten Wochen viele meiner Mitmenschen gefragt. Derzeit vor allem was mit Brillen… Das ist toll, denn ich kann jetzt aus dem Stand über die Sonnnenbrillen-Trends 2011 berichten, weiß, dass Wayfarer Styles auch in 2011 noch bleiben, kenn mich von Tom Ford bis Prada gut aus und bin gespannt, wer diesen Sommer die runden Sonnenbrillen trägt. Und: Mein eigener Bestand an Brillen hat sich von einer auf insgesamt fünf Brillen erhöht.
Tagsüber bin ich meist hier auf der Fanpage und bei Twitter zu finden, da geht es um Brillenmode und Styles, neue Produkte und Trends im Shop, einen Blick auf die Menschen hinter den Kulissen und natürlich ist Service und Beratung in Echtzeit ganz wichtig.
Am Valentinstag haben wir diese riesige rosa Brille auf die Reise geschickt und die Liebesgrüße unser Kunden am Hackeschen Markt und auf dem Alex eingesammelt. Da ja nicht alle Kunden in Berlin wohnen, haben wir den großen Einsatz der rosa Brille live auf www.facebook.com/misterspex und mit einem Live-Twitter www.twitter.com/misterspex begleitet.
Kommunikation mit Nutzern ist etwas, das muss man lieben. Dabei ist völlig egal, ob sich die jeweilige Nutzerschaft innerhalb einer geschlossenen Community oder innerhalb eines größeren Social Network aufhält. Wichtigste Eigenschaft für diesen Job ist Punkt 1.
Punkt 1:
Liebe deinen Job (und dein Job liebt dich).
Ist Punkt 1 gegeben, ist das Gröbste geschafft. Die Punkte 2 – 11 sind der einfachere Teil. Ein Community Manager
* sollte es mögen, offen auf andere Menschen zuzugehen
* ein Gefühl für Sprache und fürs Formulieren haben
* sich auf einen 24-Stunden-Job einstellen (kurz vor Feierabend entsteht der größte Handlungsbedarf – klappt immer)
* ein Faible für Kommunikation besitzen
* mitdenken, vorausschauend handeln und verstehen, wie Kommunikation wirkt
* beim Thema Motivationspsychologie aufgepasst haben
* eine greifbare Bezugsperson sein
* nicht anonym auftreten, sondern den Usern immer “ein Gesicht” und Personality bieten
* Ruhe und Nerven bewahren
* Kritik zulassen können und feedbackfähig sein
* Brücken bauen: zwischen Nutzer- und kommerziellen Interessen
* sich in Nutzer hineinversetzen
* auch mal einlenkend moderieren, aber trotzdem konsequent sein
* Und last but noch least: Service & Support mögen (und damit meine ich wirklich mögen)
Danke an Anne, die mich gefragt hat, was ich eigentlich an meinem Job liebe und die Social Media Week Berlin, die mich zu diesem Beitrag inspiriert hat.